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Evangelische Gesamtkirchengemeinde Enzheim - Lindheim

Kontakte

Tanja Langer

Pfarrerin

Mike Blanc

Vorsitzender des Kirchenvorstandes

Raimund Nattler

Organist

Manuel Bär

Küster Lindheim

Martin Lederer

Küster Enzheim

Sabine Lipp

Vermietung Pfarrscheune Lindheim

Gruppen

Ansprechpartner ist Herr Lothar Balser, 06047 / 4136

Im Nachbarschaftsraum ist auch für den Konfirmandenunterricht ein neues Konzept entstanden. Wir rücken näher zusammen!

Im aktuellen Konfirmandenjahr werden Pfarrerin Tanja Langer, Pfarrerin Renate Schubert und Pfarrer Markus Christ die Konfirmandinnen und Konfirmanden aus den Gemeinden Langen-Bergheim, Eckartshausen mit Himbach und Altwiedermus, Lindheim, Enzheim, Heegheim, Rodenbach, Hainchen und Rommelhausen gemeinsam unterrichten.

Wie melde ich mich zum Unterricht an?
Die Jugendlichen, die vor kurzem oder in den nächsten Monaten das 14. Lebensjahr vollendet haben bzw. nach den Sommerferien das 8. Schuljahr besuchen werden und 2027 zur Konfirmation gehen wollen, wurden im Februar 2026 von uns angeschrieben. Dem Schreiben liegt ein Anmeldeformular bei, welches im Gemeindebüro abgegeben wird.

Alle weiteren Termine, welche Materialien benötigt werden und auch organisatorische Fragen werden gemeinsam besprochen.

Auch Jugendliche, die noch nicht getauft sind, sind herzlich eingeladen. Melden Sie sich im Ev. Pfarramt und wir senden gerne eine Anmeldung zu.

Wir treffen uns in der Pfarrscheune in Lindheim, Düdelsheimer Str. 11 jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat von 14:30 - 17:00 Uhr.

Ansprechpartnerinnen sind Frau Heike Birx, 06041 / 823 6664 und Frau Sabine Lipp, 0170 / 5645 677.


Ev. Gesamtkirchengemeinde Enzheim - Lindheim

Die Kirchengemeinden Enzheim und Lindheim haben sich zum 01. Januar 2026 zu einer Gesamtkirchengemeinde zusammengeschlossen. Nun werden beide Kirchengemeinden nur noch von einem Kirchenvorstand vertreten sein. Bis zur nächsten Kirchenvorstandswahl 2027 bleiben alle Kirchenvorsteher und Kirchenvorsteherinnen der bisherigen Einzelkirchenvorstände auch im Gesamtkirchenvorstand im Amt. Dass beide Kirchenvorstände sich gut kennen und auch in der Vergangenheit schon gut zusammengearbeitet haben, hilft uns bei diesem Schritt.

Enzheim

Enzheim ist die kleinste Kirchengemeinde. In dem etwa 200 Einwohner zählenden Dorf direkt am Fuße des Enzheimer Kopfs gibt es ca. 106 Gemeindemitglieder. Damit ist Enzheim zusätzlich auch die kleinste evangelische Kirchengemeinde des Dekanats Büdinger Land.

Klein zu sein muss nicht nachteilig sein: Der Charme einer gewachsenen Dorfgemeinschaft ist in Enzheim überall zu spüren:
Jeder Einwohner und jedes Gemeindemitglied hat gute Möglichkeiten, sich in das Dorf- und Gemeindeleben einzubringen.

Ein besonderer Flair geht von unserer denkmalgeschützten kleinen Kirche aus, die direkt am Nidderufer gelegen ist und inmitten des bis 1923 betriebenen ehemaligen Friedhofes steht.  Erstmalig erwähnt wurde unsere Kirche bereits im Jahre 796, nur wenige Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung Enzheims 773. Alte Grabsteine säumen den Kirchgarten und begrüßen den Besucher mystisch bereits beim Betreten des Kirchengeländes.

Besonderes bauliches Merkmal der Kirche ist zweifelsohne der Altar: 
Die Kanzel stützt sich direkt auf ihm ab – eine nicht häufig anzutreffende Kombination, die unter dem Namen Kanzelaltar bekannt ist und vorwiegend bei sehr kleinen Gebäuden zu finden ist.

In der Decke sieht der Besucher noch die kreisrunden Öffnungen, durch die in der Vergangenheit die Glockenseile liefen. Selbstverständlich gehört diese Einrichtung der Vergangenheit an: Heute wird in Enzheim sekundengenau durch ein Funksignal aus Frankfurt geläutet. Leider gab es auch Zeiten, in denen aus dem Glockenturm gar kein Läuten erklang, denn in beiden Weltkriegen wurden die Enzheimer Kirchenglocken konfisziert und eingeschmolzen.

Die 1937 neu angebrachte Glocke, 150 Kilogramm schwer und 703 Reichsmark teuer, tönte nur 5 Jahre, bevor sie 1942 erneut abgeholt und zu Rüstungszwecken eingeschmolzen wurde. Es dauerte bis zum 13. September 1953, dass eine neue Glocke aufgehängt und geweiht werden konnte. Seitdem verrichtet sie mit sauberem „f“ ihren Dienst und trägt die Inschrift „Dem Frieden geweiht, ruf ich zur Seligkeit“.

Eigenwillig, wie die Enzheimer selbst, ist auch die im Jahre 1843 von dem Romroder Instrumentenbauer Friedrich Wilhelm Bernhard erbaute Orgel. Auch sie musste im Kriege Opfer bringen, als ihr 1917 die originalen Zinnpfeifen abmontiert wurden, die erst 1937 durch Zinkpfeifen ersetzt werden konnten. Seit 1972 verfügt unsere schöne Orgel nun über ein elektrisches Gebläse. Bemerkenswert ist der volle, satte Klang unserer unter Denkmalschutz stehenden Orgel und ihre buchstäbliche Launigkeit: Immer wieder bringt sie unsere Organisten durch klemmende Ventile zur Verzweiflung und die Kirchengemeinde zum Schmunzeln.

Beim Besuch eines Gottesdienstes in Enzheim gilt es den Sitzplatz mit Bedacht zu wählen: 
Die Menschen waren kleiner in früheren Zeiten und nicht überall können heutige Erwachsene stehen ohne Gefahr zu laufen, sich den Kopf zu stoßen. Dennoch sind Gottesdienste in Enzheim immer einen Besuch wert.

Kommen Sie und erleben Sie eine moderne, kleine Gemeinde mit sicht- und spürbaren mittelalterlichen Wurzeln.

Lindheim

Der Ort wurde wahrscheinlich im 7. Jahrhundert durch fränkische Bauern gegründet, die erste urkundliche Erwähnung fällt ins Jahr 930. 1320 wird Lindheim als Stadt bezeichnet. Die Herrschaft über den Ort übten seit dem 14. Jahrhundert mehrere ritterliche Familien als so genannter Ganerbenverband aus. Im späten Mittelalter hatten diese Familien mehrere Fehden mit der Stadt Frankfurt am Main, die nur durch wiederholtes Eingreifen des Kaisers beendet werden konnte.

Ein trauriges Kapitel der Lindheimer Geschichte bilden die Hexenprozesse der Jahre 1663 und 1664.

Ältestes Gebäude des Ortes ist die Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die im 15. Jahrhundert weiter ausgebaut wurde. Von der früheren Burgbefestigung haben sich der sogenannte Hexenturm und der von der Kirche getrennt stehende Kirchturm erhalten. Das 1690 erbaute Lindheimer Schloss ist 1929 abgebrannt.

In den Jahren 1835 bis 1859 war Rudolf Oeser als Pfarrer in Lindheim tätig, der als Volksschriftsteller unter dem Pseudonym O. Glaubrecht auch auf Lindheimer Begebenheiten einging. Im 19. Jahrhundert lebte hier bis zu seinem Tod 1895 der Schriftsteller Leopold von Sacher-Masoch.

Während im Jahr 1771 Lindheim noch als Stadt bezeichnet wird, gehörte es von 1806 an zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt. 1973 verlor der Ort seine Selbstständigkeit und wurde der Gemeinde Altenstadt eingegliedert.

Evangelische Kirche Lindheim
Die Kirche wurde aus einem Profanbau Mitte des 14. Jahrhunderts zu ihrer heutigen Gestalt weiterentwickelt und zählt zu den ältesten gotischen Kirchenbauten Hessens.

Nach dem die Kirche unter dem Dreißigjährigen Krieg sehr gelitten hatte, setzte eine Besinnung ein, in der das Gotteshaus restauriert und ausgeschmückt, sowie 1670 eine neue Orgel angeschafft wurde. Ein Organist musste angestellt werden, der auch gleichzeitig die Lehrerstelle übernahm. Schon 1712 wurde ein neues Instrument angeschafft, das größer und besser war. Weitere Orgeln folgten 1802 und 1878. Die heutige und inzwischen sechste Orgel stammt aus dem Jahre 1973.

Der Kircheninnenraum wurde Ende der 1960-Jahre bis Anfang der 1970-Jahre, dem damaligen Zeitgeist entsprechend, modernisiert. Hierbei wurde die Orgel von der Ostseite (hinter Altar)an der Westseite der Kirche (auf heutigem Podest) errichtet, die Empore wurde entfernt. Bei der Dachkonstruktion handelt es sich um ein für die Region recht ungewöhnliches Tonnengewölbe. Ein Tonnendach ist gewölbt wie eine halbe liegende Tonne. Es bildet also eine Dachform, deren Querschnitt ein Kreissegment darstellt. Die Tonnenform selbst bildet die Statik des Daches, die Zugkräfte werden normalerweise von den Raum quer überspannenden Ankerbalken gehalten. Diese Dachform ist in der Baukunst selten, gehört aber weltweit zu den ältesten Dachformen. Das Kirchendach wurde in zweijähriger Bauzeit (2008-2010) durch fachmännische Zimmererarbeiten aufwändig saniert.

Der massive Turm, ein ehemaliger Befestigungsturm, steht abseits. Der Kirchenturm erhielt 1764 bis 1766 seine heutige barocke Haube anstelle einer gotischen Turmspitze.